Alle sind glücklich, dass Natascha Kampusch wieder frei ist. Die Umstände ihres Verschwindens und der acht Jahre lang dauernden "Einzelhaft" in einem dunklen Garagenverlies werfen Fragen auf. Wie konnte so ein Kriminalfall mitten unter uns passieren? Wie kann es sein, dass niemand in der Umgebung des Täters etwas davon bemerkt hat? Hat die Polizei Fehler gemacht, als sie den Entführer bereits vor acht Jahren überprüfte, ihr aber nichts Verdächtiges an ihm auffiel? Wir werden uns der Beantwortung dieser und anderer Fragen wie immer von der qualitativ hochstehenden journalistischen Seite annähern. Wir suchen nicht "die Bestie" sondern Erklärungen. In unserer Redaktion sind seit gestern Abend gleich mehrere Experten für heikle Kriminalfälle mit der Sache betraut. Trotz der späten Stunde der Ereignisse haben wir alle Fakten topaktuell im Blatt. Das sind Momente, in denen ein Chefredakteur besonders stolz ist auf seine Truppe. Gespannt bin ich darauf, wie die im Wahlfieber liegende Politik auf den Fall reagiert.
Offene Fragen zum Fall Natascha
Kommentare
1. Theobald Panter | August 24, 2006 um 10:35
"Immer korrekt", "hat immer freundlich gegrüßt", "war vollkommen unauffällig". Das ist ja schon dermaßen langweilig, solche nichtssagenden Kommentare von Nachbarn oder Bürgermeistern in der Zeitung lesen zu müssen. Bitte liebe SN, könnt Ihr es nicht besser wie die Kronenzeitung oder der Kurier? Wie wir seit vielen Jahren wissen, hat das von den Nachbarn wahrgenommene Verhalten von Gewaltverbrechern überhaupt keinen Bezug zur Realität von Gewaltverbrechen. Warum müssen wir dann immer noch solche "Augenzeugenberichte" vom Tatort lesen? Bitte hören wenigstens Sie damit auf.
2. manfred perterer | August 24, 2006 um 22:59
@1
Sehr geehrter Theobald Panter!
Ich teile Ihre Meinung nicht ganz. Die Aussagen von Nachbarn, Arbeitskollegen, Verwandten und anderen Mitmenschen von Tätern geben ein Bild zumindest davon, wie die Person in ihrem Umfeld wahrgenommen wurde. Das mag tatsächlich mit dem eigentlichen Verbrechen nichts zu tun haben, wie Sie richtig anmerken, es gibt aber dennoch einen gewissen Einblick, wie wir generell Menschen "von Nebenan" registrieren. Dass wir aber tiefer blicken wollen alles andere, entnehmen Sie der Freitag-Ausgabe der Salzburger Nachrichten. Da kommt der international anerkannte Profiler Thomas Müller ebenso zu Wort wie der die Ermittlung führende Polizeibeamte oder namhafte Psychologen.
3. Anela Djuhic | August 24, 2006 um 23:43
"Die Bestie" suchen Sie nicht?
Warum nicht? Wenn wir so denken, werden wir Taeter- wie in dem Fall Kidnepper- als unsere Nachbarn von "nebenan" sehen und wenn womoeglich aehnliches wieder passiert wie der Frau Kampusch, nur mit jemanden anders, werden wir wohl moeglich das Opfer niemals finden, egal was wir machen. Und der Taeter? Der Taeter wird natuerlich alles versuchen um unauffaellig zu bleiben.
So werden wir nie die Antwort darauf finden.
4. Stefan | August 25, 2006 um 15:13
an Anela Djuhic
Wenn sich die SN dem sensationsgeilen Medienspektakel nicht anschließen, ist das zumindest ein Hoffnungsschimmer. So tragisch das Geschehen um Frau Kampusch ist, est es doch (zum Glück) ein singuläres Ereignis. Oder wollen Sie in jedem Mitmenschen die Verbrecherbestie vermuten ? Na, dann bemühen Sie sich wenigstens selbst, daß Sie jemand aus Ihrem geistigen Nirvana emporhievt.
5. Stefan | August 25, 2006 um 15:19
Offene Frage: warum hatte das Entführungsopfer als Zehnjährige seinerzeit den Reisepaß dabei, der angeblich in ihrem Gefängnis gefunden wurde ?
Unsere Kinder gingen jedenfalls ohne Reisepaß zur Schule und sogar an die Uni ...
6. Evelyn Weiss | August 25, 2006 um 18:17
Wie ich hörte wurde ein Spendenkonto für Natascha eingerichtet, welches für ihre Ausbildung verwendet werden soll.
Kann ich nur begrüßen..ABER...
Kam noch niemand auf die Idee das Vermögen des Täters für Nataschas Ausbildung heranzuziehen?
Wenn es rechtlich nicht möglich ist, dann könnte doch der Erbe dieses Vermögen Natascha zur Verfügung stellen.
Vielleicht könnte man 'diese Idee' weiterleiten!!
7. Theobald Panter | August 25, 2006 um 18:44
"Warum hatte das 10-jährige Opfer ihren Reisepaß dabei?" Das ist eine sehr gute Frage, und ich fürchte, wir werden in der ganzen Geschichte noch unsere Überraschungen erleben.
8. Theobald Panter | August 25, 2006 um 18:57
"Die Bestie suchen Sie nicht?"
Bitte den Schaum vom Mund wischen, bevor man Kommentare schreibt. Es ist in meinen Augen unsäglich, was dieser Mensch hier aufgeführt hat. Eine Bestie ist aber doch noch von einer anderen Dimension. Außerdem: bitte nachdenken! Wie wollen Sie verhindern, daß in Ihrer Nachbarschaft etwas ähnliches passiert, wenn alles rundherum unauffällig ist, und das war es ja wohl nach den übereinstimmenden Aussagen der Nachbarn und des Bürgermeisters? Wollen Sie jedem hinterherspitzeln? Solche Verbrechen lassen sich nun mal nicht verhindern solange es derart abartige Menschen gibt.
9. Ahnsehl | August 26, 2006 um 01:26
Es wird höchste Zeit, dass alle Kinder einen winzigen Chip bekommen, der an einer (selbst dem Kind unbekannten) Stelle unter der Haut eingepflanzt wird und ein Signal gibt, das eine Ortung ermöglicht. Der Chip muss ausserdem so konstruiert sein, dass er ein bestimmtes Signal sendet, wenn er vom Körper entfernt wird oder wenn der Körper nicht normal funktioniert.
10. Georg Hofer | August 26, 2006 um 09:29
ICh finde das ganze MEdienspektakel über den Fall Natascha Kampusch sollte jetzt entlich aufhören , ist der PResse eigentlich klar was dem Mädchen damit zusätzlich zugemutet wird, wie sollte sich diese junge Frau jeh mals wieder in die Gesellschaft integrieren können ohne das Ihr Name ständig in den Schlagzeilen ist. Ich appeliere hier an die Verantwortung der Redakteure ein bisschen verantworung zu zeigen. Fr. Kampusch sollte entlich einmal wieder die gelegenheit gegeben werden ins normale Leben zurückzukehren, und man sollte Ihr die Chance lassen sich selbst an die Medien zu wenden wenn Sie es für richtig hält. Die sensationsgeilheit der Presse ist hier wirklich abscheulich, sogar das Bild wie sie jetzt als 18jährige aussehen könnte wird schamlos abgedruckt. Last diese junge Frau doch erst einmal zu sich selbst kommen, sie hat es ohnehin schwer genug !
Und noch etwas @ Hr./ Fr. Ahnsehl :
JA sicher chipt unsere Kinder gebt ihnen schon als Baby möglichst noch ein Handy in die Wiege dazu integriert ihnen eine Antenne auf den Kopf und stellt bitte Wiegen und Kinderspielzeug mit Videoüberwachung her, damit die Eltern ja berühigt schlafen können, was für eine traurige Welt ...in der man überwachung mit freiheit gleichsetzt. Wie viele unter zehnjährige laufen jetzt schon mit einem Handy durch die gegend damit die Eltern kein schlechtes Gewissen haben müssen, welch traurige Welt wenn wir es "Freiheit" nennen alles und jeden zu überwachen ....
11. helmut peterka | August 26, 2006 um 21:32
ohne das leid der entführten herabmildern und dieses verbrechen verharmlosen zu wollen,
möchte ich doch das erstaunen jener relativieren, die heute fassungslos vor den tatsachen stehen:
acht jahre gefangenschaft sind im vergleich zu anderen schicksalen
aber noch milde wenn man bedenkt, dass wir tagtäglich tür an tür
mit eingekerkerten menschen wohnen.....
in unserem nächsten umfeld leben unzählige einsame in völliger isolation.
und das oft jahrzehntelang hinter verschlossener tür - ohne dass es jemandem auffällt.
sie alle haben wohl eine art stockholm-syndrom.
die einsamkeit ist ihr verbündeter geworden.
im gegenständlichen fall denke ich, dass das medieninteresse
recht bald einschlafen wird und andere sensationen
die öffentlichkeit gefangen nehmen werden.
so wie einst beim 11.september oder nach der tsunami-katastrophe
wird bald wieder der alltag einkehren ....
im sinne des opfers ist das gut so.
12. H. C. Tautscher | August 27, 2006 um 10:40
Zu Ahnsehls Kommentar: "Chip"
Hilfe, das kann doch nicht wahr sein!!! Schon mal "1984" gelesen?
13. claus | August 27, 2006 um 11:57
ich frage mich immer mehr wie ich meine kindheit in den 70er jahren ohne handy, chip und überwachungskameras überhaupt überleben konnte?
es ist unglaublich wie viele menschen in der ständigen überwachung und kontrolle auch noch garanten für unsere freiheit sehen. herr bush würde sich freuen ein paar greencards an sie zu verteilen.
14. Heidi M. | August 27, 2006 um 21:05
Wozu Spendenaufruf beim ORF für Natascha ?
Es werden riesige Summen von Zeitungen usw. geboten für ein kurzes Gespräch für ein paar Zeilen, daher sind in diesem Falle ein Spendenaufruf doch nicht nötig, oder doch?
15. erber hubert | August 30, 2006 um 20:46
Die Damen und Herren die die Polzistin angegriffen haben, die Natascha als erste "Bezugsperson" hatte, sollten ihren Beruf als was auch immer an den Nagel hängen. Diese wissen ja gar nicht um was es geht. Und diese Polizistin - das wäre die beste Justizministerin die wir je gehabt hätten. Soviel nützliches und kompetentes handeln hat bisher wohl noch kein politiker zu stande gebracht.
16. Stefan | August 30, 2006 um 23:17
Die Polizistin wurde ohnehin nur von geldgierigen und mediengeilen "Anwälten" angegriffen, die nicht verkraften konnten, daß es ohne ihre abcash-Hilfe auch gehen könnte. Inzwischen hatte so ein "Anwalt" schon seinen prestigeträchtigen Einsatz und er legte dann sogleich wieder sein Mandat zurück. Jetzt kümmert sich eine "große Anwaltskanzlei" um die Ausschlachtung des Medieninteresses zur Maximierung ihrer Honorarrechnung.
17. catsi | August 31, 2006 um 15:15
Zu den anfänglichen Fragen der Leser, warum Natascha Kampusch den Reisepass dabei hatte: Ich habe gelesen, dass ihr Vater, der wieder ganz anders heißt als Natascha - und als ihre Mutter - sie öfter mit nach Ungarn zu Verwandten nahm, wo sie auch gerade vorher (vor der Entführung) mitsammen gewesen waren. Deshalb hatte das Mädchen den Paß dabei. Das ist plausibel, im Gegensatz zu so vielen anderen Details bzw. Fakten in diesem Fall.
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