Vor etwas mehr als zehn Jahren gab es in den westlichen Bundesländern Österreichs noch heftige Auseinandersetzungen um die künstliche Beschneiung von Skipisten. In Salzburg wurde sogar darüber nachgedacht, Schneekanonen per Gesetz zu verbieten, oder deren Einsatz zumindest auf bestimmte Regionen zu beschränken. Diejenigen Skigebiete, die schon damals auf künstlich erzeugten Schnee gesetzt haben, hielten sich öffentlich zurück. Die Tatsache, dass Teile der Pisten nicht mit natürlichem Weiß bedeckt waren, wurde verschämt verschwiegen. Mittlerweile ist es zu einem völligen Meinungsumschwung gekommen. Tourismusdirektoren sind in die Offensive gegangen und präsentieren stolz die Zahl ihrer Beschneiungsanlagen, um dem möglichen Kunden zu signalisieren: "Bei uns kann man immer Ski fahren." Das Pech dabei: herkömmliche Schneeanlagen funktionieren nur bei Minusgraden. Jetzt drängt eine Firma auf den Markt, die mit ihrer Anlage auch dann noch Schnee machen kann, wenn es weit mehr als 0 Grade hat. Die Sache funktioniert, wenn dem Wasser bestimmte Bakterien zugeführt werden, die eine Eiskristallisation auch bei Plusgraden auslösen. Jetzt stellt sich die Frage, wie weit können wir noch gehen, um einer ernsthaften Debatte über die Klimaveränderung auszuweichen und mit fragwürdigen Methoden einen künstlichen Winter zu schaffen. Wollen wir wirklich Schnee um jeden Preis? Mich erinnert das an Felix Mitterers "Piefke-Saga". Der vierte Teil wurde damals als skurril und wirklichkeitsfremd kritisiert. Mitterer hatte ein Tal dargestellt, in dem auf der linken Seite Sommer und auf der rechten Seite Winter war. Die Vision des Tiroler Dichters ist längst Wirklichkeit geworden.
Schnee um jeden Preis?
Kommentare
1. adelheid | Januar 10, 2007 um 19:46
Wegen der Studiengebühren wird ein Eiertanz aufgeführt, aber wirklich wichtige Themen wie eben Kunstschnee um jeden Preis und für jedes Risiko wird bislang wenig diskutiert. Abgesehen von der Wirtschaftlichkeit (die ich nicht beurteilen kann) ist der Energieaufwand zur Pistenbereitsstellung enorm, besonders dann, wenn der Schnee noch per Hubschrauber transportiert werden muß. Interessant ist, daß sich unsere Grünen in dieser Causa nicht zu Wort melden!
Wintersport in dieser Form ist nicht "Natur" und "gesund". Man bedenke die grausigen Unfälle auf den viel zu stark bevölkerten Kunstschneestreifen.
Wo bleiben die alternativen Ideen? Wandern und Rad fahren geht auch bei diesem Wetter ganz gut. Und irgendwann wird es wahrscheinlich auch bei uns wieder Schnee geben. Ich finde es gut, daß nicht alles nach unseren Wünschen verfügbar ist!
2. Wolfram | Januar 11, 2007 um 00:42
Stell dir vor wir haben die Winterolympiade!
Gentechnik sei dank es schneit auf den Pisten!
Die Ernte erfriert den neuen Bakterien in der Luft
sei dank !
Unsere Bäuche bräunen an den Seen !
Das antiquierte Radio flüstert geh nach Haus
deine Haut hälts nicht mehr aus.
3. Kurt Wieser | Januar 11, 2007 um 13:06
Tatsächlich ist ein Wieder-Aufflackern der Snomax-Diskussion das Unnötigste, was die Wintersport-Wirtschaft im allgemeinen und die Beschneiungsbranche im besonderen in Wintern wie diesen brauchen kann.
Denn dieses Thema „eignet“ sich in idealer Weise für unkontrollierbare Polemik: Wird damit einerseits doch scheinbar das selbst auferlegte „Reinheitsgebot“ der Branche (Luft, Wasser … und sonst nichts“) unterlaufen; zum anderen ist diese Diskussion in der Öffentlichkeit wahrscheinlich irreparabel geschädigt – nämlich durch die unglückliche Begriffswahl „Bakterien“, die natürlich allen möglichen Assoziationen und Spekulationen freien Lauf lässt.
Nun ist nicht alles, was klein ist, gleich eine Bakterie – und noch weniger eine Bakterie, die dem Menschen irgendwie schaden könnte – sachdienlicher wäre demnach der Begriff „Mikroorganismen“. Im Falle von Snomax handelt es sich z. B. um Pilzkulturen, die auf Mais-Basis gezüchtet werden … und als solche bereits abgestorben sind.
Um damit die Diskussion ein bisschen zu versachlichen, wäre es zunächst einmal gut, überhaupt zu wissen, wie Snomax funktioniert und warum es allfällig eingesetzt wird – aber dazu ist ein kleiner Exkurs in die Schnee-Physik notwendig: So wie die Perle in der Auster ein Sandkorn braucht, um sich bilden zu können, braucht der Schnee einen festen Kristallisationskern, der in der freien Natur nichts anderes als der überall in der Luft herumfliegende mikroskopisch kleine „Dreck“. Erst wenn dieser Kristallisationskern gefunden ist, kann sich eine Naturschnee-Flocke überhaupt erst bilden … und sie hat dann im freien Fall auf die Erde genügend Zeit, um sich vollständig auszukristallisieren.
Anders bei der Produktion von technischem Schnee: Sobald das möglichst klein zerstäubte Wasserteilchen die Düse der Schneekanone hinter sich gelassen hat, hat es nur wenige Sekunden-Bruchteile zur Verfügung, um sich einen Kristallisationskern in der Luft zu suchen.
Denn wenn sie diesen nicht gefunden hat, bevor sie auf dem Boden auftrifft, ist sie für die Schneeproduktion völlig unnütz vergeudet, da sie Wasser bleibt resp. in der Folge zu Eis wird - Die Fall-Zeit und damit die Weite des Auswurfsbogens bei Schneekanonen bzw. die Fallhöhe bei Schnei-Lanzen ist also entscheidend für die Qualität des erzeugten Schnees.
Damit kommen wir zu Snomax: Durch die Beigabe dieser Mikroorganismen wird dieser Kristallisationskern gewissermaßen mit dem Wasser gleich mitgeliefert – es ist also der feste Bestandteil als solches, der eine Wirkung hat, nicht irgendwelche in den Zusätzen enthaltene Inhaltsstoffe. Da das Wasserteilchen sich somit die „zeitaufwändige“ Suche nach einem Kristallisationskern erspart, bewirkt Snomax nachweislich nicht nur m e h r Schnee (aus der gleichen Menge eingesetzten Wassers), sondern auch b e s s e r e n Schnee (= „trockenerem Schnee“, da der Anteil des nicht-auskristallierten Wassers im Schnee viel geringer ist).
Als Einwurf ein kleiner Scherz mit ernstem Hintergrund: Im Zuge der aktuellen Feinstaub-Diskussion könnte man einmal testen, ob es nicht möglich ist, die Verschmutzung der Luft mittels Schneekanonen „wegzuschneien“!
Wie auch immer: Ob das „Mehr“ an Schnee-Ausbeute das erhebliche „Mehr“ an Technik & Kosten rechtfertigt, muss sich noch herausstellen … und das geht eben nur durch Praxis-Versuche – und dies sind vermutlich die stärksten Argumente, dass alles, was technisch machbar ist, keineswegs wirtschaftlich sinnvoll sein muss.
Ebenso kann nur im Feld-Versuch festgestellt werden, ob die eben in mikroskopischen Dosen auf weite Geländeflächen verteilten Wirkstoffe wirklich in einer Dosierung auftreten, um in der Natur überhaupt irgendeinen Effekt – geschweige denn einen negativen – bewirken zu können.
Um selbst einmal polemisch zu werden: Jeder Fladen Kuhscheiße auf der Wiese „schadet“ der Natur wahrscheinlich mehr als Snomax.
Und hier beschwert sich die Branche zu Recht, dass in dieser Hinsicht von der Öffentlichkeit mit zweierlei Maß gemessen wird: Während die Schneekanonen (z. B. in Tirol) gesetzlich verpflichtet sind, ausschließlich Wasser in Trinkwasser-Qualität auf die Pisten aufzubringen (was eine zusätzliche aufwändige Reinigung mittels UV-Systemen erforderlich macht), fährt wenige Wochen später der Bauer mit dem Jauchenwagen über die Wiesen … und lässt von einem Moment auf den anderen die Werte von Nitrat & Co. in die Höhe schnalzen, „dass es nur so eine Freude ist“!
Abschließend: Dass es mit Snomax möglich sein soll, selbst bei Temperaturen bis zu +3° C Schnee zu erzeugen, gehört einmal mehr in die Abteilung „himmelschreiender Blödsinn“. Denn das „Rosenkranzgebet“ für Schneimeister lautet: „Die Physik lässt sich nicht austricksen“.
Je idealer die Bedingungen sind, also je weniger Luftfeuchtigkeit vorhanden ist, desto mehr ist es möglich, sich im „Grenztemperatur“-Bereich an den Null-Punkt heranzuarbeiten – aber nach allen Praxis-Erfahrungen ist bei -3° C in der Regel „Schluss“ – weil alles, was dann noch aus der Kanone herauskommt, die Bezeichnung „Schnee“ nicht mehr verdient und nur die sinnlose Vergeudung wertvoller Ressourcen wäre!
Kleiner Nachsatz an meine (Ex-)SN-Kollegen: Warum müsst Ihr beim (Selbst-)Beweis, was für tolle unabhängige und kritische Journalisten ihr doch seid, immer die falschen Bereiche suchen (nämlich die, wo es nicht wehtut!) … und damit wirklich jeden Quatsch zu glauben, den irgendwer erzählt. Und was ist eigentlich aus den guten journalistischen Bräuchen namens „Gegencheck“ oder gar „Recherche“ geworden?
4. Richard Köppl | Januar 12, 2007 um 12:03
Wenn Kurt Wieser schreibt, dass alles, was technisch machbar ist, keineswegs wirtschaftlich sinnvoll sein muss, verrät er seinen Zugang zum Thema. Was er von den Auswirkungen versteht (seine "Expertenstellung") wenn (ich hab´s gelesen: "tote"!) Mikroorganismen großflächig aufgebracht werden, geht nur insofern hervor, dass er Vergleiche anbringt die nicht passen! Tierischer Kot ("Kuhfladen") ist immerhin ansonsten auch das was in der Natur zu finden ist und bedeutet somit keinerlei Belastung im Sinne von "Eingriff" auf ein Ökosystem. Aber sogar die Jauche wird zwar immer wieder in Zusammenhang mit Überdüngung und Nitratwerten problematisiert, welche bekanntermaßen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung hat.
Aber in der Regel sind unsere Schipisten ohnedies nur in Lagen, welche nur eine sehr extensive Nutzung des Grünlandes zulassen und somit bislanf überhaupt nicht gedüngt werden.
Und da in "Massen" aufgebracht diese "abgetöteten" Mikroorganismen - selbst wenn sie ohne sonstigen toxischen Gefahren (giftiger Wirkung) für die Umwelt sein sollten, eine biogene Masse darstellt, ist es schwer vorstellbar dass dies ohne Wirkung bleibt - positiv gedacht möglicherweise sogar eine ähnliche wie ein Dünger. Doch wenn zusätzliche Flächen nun auch "gedüngt" werden, bleibt dies nicht ohne Folgen, so wie jede Einbringung in ein Ökosystem nicht folgenlos bleibt.
Inwieweit die unterirdischen Wasserläufe der jeweiligen Pisten Trinkwasserreserven berühren können nur Hydrologen "abschätzen" - 100%ige Sicherheit gibt es aber nie. Klar ist aber, dass selbst dann wenn kein Trinkwasserquelle davon unmittelbar betroffen ist, das Wasser mitsamt der Mikroorganismen abfließt: Bäche, Flüsse, Seen.. insbesondere auch die Seen leiden zum Teil an Überdüngung mit Nitraten aus der Jauche! Und wir haben nicht nur Wintertourismus! Und letztlich kommt dann alles in ein überdüngtes Meer...
Generell wird in Österreich Gentechnik sehr misstrauisch beäugt. Ich denke dies geschieht zurecht und sollte auch für diese Form der "Biotechnik" gelten.
Ich würde gerne Wieser´s Aussage gerne dahingehend ergänzen oder abändern, "dass alles, was technisch machbar ist, keineswegs ökologisch sinnvoll sein muss!"
Ich weiß nicht, ob eine "Umweltverträglichkeitsprüfung" für solche Produkte vorgesehen sind, sollte sie aber, dringlich!
Das Gefährliche an der "Harmlosigkeit" ist, dass sie immer unterschätzt wird.
5. kurt wieser | Januar 13, 2007 um 12:42
Die moderne Informationstechnologie bietet tolle Möglichkeiten der Information und Diskussion – nur muss man sie halt auch wirklich nutzen: Also sollten SN-Redakteure gelegentlich in die eigenen Blogs schauen – vor allem dann, wenn dies helfen würde, nicht allzu viel Blödsinn zu schreiben. http://blogs.salzburg.com/perterer/2007/01/schnee_um_jeden.html#comments
Aber da der Mensch (und damit auch SN-Redakteure) an sich vernunftbegabte Wesen sind und damit auch sie – frei nach Konrad Adenauer – niemand daran hindern kann, täglich klüger zu werden, stehe ich nicht an, es ihnen gerne noch ein dutzend Mal ins Stammbuch zu schreiben:
Es sind n i c h t die Schneekanonen, welche die Klima-Veränderung verursachen.
Daher eignet sich diese Thematik n i c h t für „billige“ Populär-Polemik von selbsternannten Weltrettern und noch weniger für irgendwelche „Stellvertreter-Kriege“ in der Umweltdiskussion.
Auch wird das Wasser in der Beschneiung n i c h t „verbraucht“, sondern tut nichts anderes, als im Zuge des Wasserkreislaufs in der Natur einfach „eine Runde mehr zu drehen“.
Es ist n i c h t möglich, Schnee bei Plus-Temperaturen zu erzeugen: „Die Physik lässt sich nicht austricksen“! – diesen Satz bitte 100 x schreiben und auf Bildschirm, Stirn oder sonst wo an einen wichtigen, gut einsehbaren Platz picken.
Es gibt nur verschiedene technische Möglichkeiten, die Temperatur im Produktionsprozess unter den Gefrierpunkt abzusenken (was ja jeder Kühlschrank beweist). Nur muss etwas, das technisch möglich ist, noch lange nicht wirtschaftlich sinnvoll (sprich: leistbar) sein – alle diesbezüglichen Techniken sind in der Praxis nicht in der Lage, wirklich jene Mengen an Schnee zu produzieren, wie man sie im Wintersport (im Gelände, nicht in irgendwelchen Hallen) braucht - auch nicht das beschriebene Vakuum-Verfahren.
Technische Beschneiung gibt es nunmehr seit mehr als 30 Jahren in den Alpen – man hat also auch bereits allfällige Langzeit-Erfahrungen, die gezeigt haben: Der Boden ist n i c h t erstickt – und er ist auch nicht davongeschwommen. Weder hat die Fauna sich verändert noch ist die Zahl der Mäuse - Regenwürmer - Ameisen weniger/mehr oder sonst was geworden – Merke: Wie hat die Natur auf die technische Beschneiung reagiert? Sie war ihr schlicht und einfach „wurscht“!
Ein weiterer „Klassiker“ in der Hitparade der Absurditäten: K e i n Mensch muss auf sein Duschwasser verzichten, weil das angeblich für die Schneekanonen gebraucht wird – bei der Sekunden-/Liter-Leistung eines dem Stand der Technik entsprechenden Schnee-Erzeugers wären Badewasser-Mengen nicht einmal in der Lage, die Schnei-Leitungen so weit zu füllen, dass die Pumpen anspringen.
Danke auch für die tatkräftige Mithilfe, die wunderbare „Bakterien“-Diskussion wieder in Gang zu bringen – (wie gesagt: Hin und wieder die eigenen Blogs lesen! http://blogs.salzburg.com/perterer/2007/01/schnee_um_jeden.html#comments ). Damit haben jetzt besorgte Mütter noch mehr schlaflose Nächte, weil ihre Kinder hin und wieder Schnee essen – aber vielleicht sollte man den Schnee wirklich gleich gelb einfärben – „gute Idee“ eines Leserbriefschreibers.
Nur – zum Thema „Umwelt-Verschmutzung“: Wann tut endlich einmal jemand was gegen die Kühe und Schafe, die bis dato völlig unkontrolliert auf die Wiese sch……!
Dass das Schneiwasser gemäß gesetzlicher Vorschriften z. T. Trinkwasser-Qualität hat (und dafür aufwändig UV-gereinigt werden muss) ist in diesem Rahmen ja eine vernachlässigbare Information - man wird sich „a guade G´schicht´“ doch nicht durch zuviel Recherche „kaputtmachen“ lassen.
Nicht zuletzt (… und ganz langsam zum Mitschreiben): Es gibt k e i n e n Wintertourismus OHNE Schnee! Man kann also Alternativen i m Schnee suchen, aber keine Alternativen
z u m Schnee. Eher würde man in Salzburg „Alternativen“ zu Mozart & Festung finden. Alle diesbezüglichen Forderungen und „Ideen“ sollten damit eigentlich unterhalb jeder intellektuellen Wahrnehmungsschwelle angesiedelt sein.
Vielen Dank daher für die vielen guten Ratschläge, um die niemand gebeten hat – „Besser-wissen“ ist ja erfahrungsgemäß viel weniger anstrengend als Besser-machen. Dies gilt umso mehr, wenn man von einer Branche besonders „viel“ Ahnung hat (was auch für eine führende Tageszeitung im Wintertourismusland Österreich/Salzburg ja offensichtlich noch immer gilt).
Dabei kann man ja auf den eigenen Wirtschaftsseiten nachlesen, wie viele wirtschaftliche Zusammenhänge dieser Wirtschaftszweig in unserem Land hat und was „Wintertourismus
o h n e Schnee“ langfristig für die österreichische Volkswirtschaft … und damit für viele tausende Menschen in diesem Land bedeuten würde.
Apropos „wirtschaftliche Zusammenhänge“: Natürlich ist der Energie-Einsatz hoch und Schnee-machen „teuer“ – aber es sind ja wohl n i c h t die Kritiker, die diese Kosten bezahlen müssen. Sondern jene, die es bezahlen, wissen genau, warum sie das tun – weil die „Alternative“ letztendlich noch „teurer“ wäre.
Aber „teuer“ bedeutet gleichzeitig: „Für irgendjemand ein gutes Geschäft“ – die größten „Fans“ der technischen Beschneiung sitzen demnach in den Energie-Unternehmen (aber die halten sich schön still ... – das wäre einmal „a guade G´schicht´“!)
Zum Abschluss: Wenn viele Menschen im Zuge eines Rückgangs im Wintertourismus in ihrer Existenzgrundlage eingeschränkt werden, kann man ihnen nur den Rat geben, beim notwendigen Sparen halt bei den Zeitungs-Abos zu beginnen – damit auch diverse Redakteure einmal ein „bissi“ lernen werden, wirtschaftliche Zusammenhänge zu begreifen!
6. Papst Walter | Januar 13, 2007 um 18:31
Anscheinend glaubt man wirklich, mit der Natur machen zu können, was man will. Nicht genug, daß sowieso immer mehr Land in den Ebenen verhüttelt und mit autobahnen zubetoniert wird, will man jetzt auch noch die letzten halbwegs natürlich gebliebenen Alpinregionen für den Massentourismus total erschließen.
Nur hat man in der brutalen Profitgier der Seilbahn- u.Tourismusbetreiber ganz auf die Natur vergessen. Denn die läßt sich diesen Wahnsinn der totalen Erschließung nicht länger gefallen. Durch jahrelange gigantische Geländeveränderungen bis auf über 3ooo m Höhe bis indie höchsten Gletscherregionen, wo man sogar mit Hilfe tonnenweiser Sprengstoffladung ganze Gletscherregionen skipistengerecht wegsprengte, wurden einst wunderschöne Wandergebiete irreparabel geschädigt.
Wie z. B. am Mölltaler Gletscher in Kärnten. Da wurde schon alles zerstört was man nur zerstören kann. Richtige Bergsteiger kommen da sowieso schon lange nicht mehr her. So konzentriert man sich halt ganz auf den Wintertouristen. Mit all seinen negativen Folgen auf Fauna und Flora. Und das heißt Schneekanonen bis über 3ooo m auf dem Gletscher, mit riesigem Speicherteich zum Versprühen kostbaren Trinkwassers. Alles großzügig finanziert von der Kärntner Landesregierung aus dem Steuerzahlertopf.
Und jetzt gehts noch weiter. Bis jetzt war das visavis angrenzende Alteck unter Naturschutz und damit vor dem Zugriff der Seilbahnbetreiber der Haselsteiner-Schultz-Gruppe sicher. Mit einstimmigen Beschluß aller im Landtag vertretenen Parteien wurde dies einfach wieder umgewidmet., Ein Skandal sondergleichen.
Und schon gibts Pläne für weitere 8erSesselbahnen mit elektrischer Sitzheizung mitten im ehemaligen Naturschutzgebiet. Und keiner regt sich auf. Wenn dann die künstliche Beschneiung auf Grund der Plusgrade auch nichts mehr nützt wird man dann natürlich großzügig Snowmax einsetzen. Auch wenn das Trinkwasser dann nicht mehr für den Genuß geeignet sein dürfte.
Aber egal: Sollen die Leute doch Mineralwasser trinken. Wichtig ist doch das die Wirtschaft lebt. Und die lebt halt von einer immer größer werdenden egalitären Schicht, die sich nun mal auf unseren Pisten um jeden Preis austoben will. Egal, was langfristig mit der Natur passiert.
Man fragt sich natürlich, wo da die Verantwortung der Politik liegt. Aber Verantwortung übernimmt dort schon lange keiner mehr. Man casht ab solange es eben geht und nach uns die Sintflut. Und leider Gottes läßt sich die Bevölkerung immer wieder aufs Neue blenden.
Aber wenn einmal nichts mehr geht und die Alpinregionen ein für alle mal mit immer gigantischeren Erschließungsmaßnahmen irreparabel kaputtgemacht wurden, wird kein normaler Mensch mehr daran denken, in den Alpen auf Erholung zu gehen.
Das sollte man halt alles bedenken und den Tanz ums Goldene Kalb endlich einmal beenden. Solange es noch nicht zu spät ist. Deshalb ein sofortiger Stop der weiteren Erschließung der Apinregionen für den Skitourismus und jedweden Verbotes von chemischen und bakteriologischen Zusatzstoffen für die künstliche Beschneiung!
Für die BI "Schützt Kärntens Alpinregionen"
Walter Papst
7. Franz Kasper | Januar 13, 2007 um 19:23
Beim "Reinheitsgebot" ist der Zug ( sprich das bayrische Bierauto ) längst abgefahren. Aber ich bin für Zusätze : z.B. wenn man bei der Abfahrt bei einem Bauernhof vorbei fährt sollte der Schnee nach Hühnerdreck,Ziegendreck oder Kuhfladen riechen ( richtet sich nach der Tierhaltung ). Fährt man beim Haus des Wilderers vorbei sollten Blutflecken ( natürlich nicht echte ) den Schnee verfärben.Den Schnee bei der Talstation sollte man naturbelassen,hier stinkt sowieso das Dieselungetüm für den Sesselliftantrieb schon genug.
8. kurt wieser | Januar 13, 2007 um 23:29
Leute!
Ihr hättet wirklich in der Schule im Physik-Unterricht ein bisschen besser aufpassen sollen: Es gibt beim Schnee-machen keine „Chemie“ und keine „Bakterien“ – wozu auch: Oder kann mir einmal wer erklären, wie das funktionieren soll (Würde mich wirklich interessieren!).
Man kann sehr wohl über das Thema diskutieren, aber wir müssen doch an naturwissenschaftlichen Fakten bleiben … und das kann nicht durch irgendwelche Vermutungen, „Ängste“, schlichte Paßt-mir-halt-nicht-Einstellungen oder ökologische Weltverschwörungstheorien ersetzen.
Lieber Walter Papst!
Was ist der Unterschied zwischen „richtigen Bergsteigern“ und „Touristen“? Die einen dürfen auf den Berg, die anderen nicht?
Welche Flora gibt es denn auf 3000 m Seehöhe? (Wäre wohl eine botanische Sensation!)
Den Mölltaler Gletscher kenne ich auch: Schon mal versucht, dieses „kostbares Trinkwasser“ zu trinken („Gletschermilch“!).
Gerade dieses Beispiel verdient besondere Aufmerksamkeit, weil das Wasser, das der Gletscher im Sommer verliert, im Winter nochmals aufgebracht wird = auch eine Form von Wasserkreislauf!
9. Ulrike | Januar 14, 2007 um 09:42
Ich finde es krank, dass Schnee teuer von dort nach da transportiert wird, um irgendwelche Events abhalten zu können. Obwohl schon lange davor gewarnt wird, dass Schnee immer weniger wird, wird immer noch darauf gebaut, anstatt sich Alternativen zu überlegen. Die Menschheit denkt offenbar immer erst dann an Alternativen, wenn gar nichts mehr geht. Langfristiges Denken ist nicht gerade unsere Stärke. Wir sind alle irgendwie dekadent, dumme Herdentiere die machen was einem Animateure vorgaukeln um uns bei Laune zu halten, während unsere Intelligenz, Eigenverantwortung den Bach runter geht.
Als ob das wirklich wichtig wäre, ob Schirennen abgehalten werden können oder eben nicht. Getan wird als ob unser aller Heil davon abhinge.
10. Dieter Braeg | Januar 14, 2007 um 10:06
Skifahrkunstschneewahnsinnsdiskusssion
„Winter adee“ singt keiner. Alle reden vom Schnee und ob er kommt. Zell am See liegt auf 750 m Meereshöhe. Man lebt hier vom Schnee. Ohne Schnee, da wird es eng mit dem „Fremdenverkehr“. Der verkehrt verkehrt. Dabei kann man in dieser Europa Sport Region auch im Sommer Ski fahren. Der Gletscher auf dem Kitzsteinhorn hält das noch aus. Aber im August, da ist er eher schmutziggrau anstatt mit anständigen Weiß Mensch und Brettl zu verwöhnen. Der Zeller See friert natürlich nicht zu. Bei so hohen Temperaturen da helfen oft auch die vielen Schneekanonen nicht, die, wenn es sein muss Tag&Nacht Kunstschnee erzeugen. Kunst kommt von können, das weiß man ja, aber die Kunstschneekunstmacherei, die geht erst wenn es eine Bodentemperatur von -4 Grad hat. Vorher, da wird das nichts.
Die Winteridylle lässt zwar bei Kunstschnee nichts zu wünschen übrig. Die Landschaft ist leicht weiß pulverisiert, auch noch Kilometer vom Schneekanonenwahnsinn entfernt.
So ein „Schneekrieg“ kostet Geld. Eine große Schneekanone bedeckt bei minus 12 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent in 12 Stunden einen Hektar Piste mit einer 25 Zentimeter hohen Schneeschicht. Dabei verbraucht sie über eine Million Liter Wasser und je nach System, Standort und Wasserbeschaffung 8 bis 10 Megawattstunden Energie, also ungefähr so viel wie zwei 4-Personen-Haushalte im Jahr. Die Investitionskosten pro Hektar belaufen sich auf etwa 140 000 Euro. Ein stolzer Preis, also verwundert es niemanden, wenn eine Tageskarte für die diversesten Transportmittel zum Schnee (Schlepplifte, Sessellifte, Seilbahnen) in Zell am See so um die 40.--€ kostet.
Da diese Technik natürlich zur Klimaerwärmung beiträgt, erfreut sich diese Technik bei mir, der ich überzeugter Förderer der Klimaerwärmung bin, ganz besonders positiver Erwähnung.
Ansonsten bietet Zell am See aber das, was jeder Wintersportort bietet. Ein Krankenhaus in dem jeder Knochenbruch versorgt werden kann. Denn Kunstschnee ist ein wenig härter als jener Naturbelag, der vom Himmel und nicht aus der Kanone kommt. Auch Landschaft gibt es, natürlich nur eine vorgetäuschte. Denn die Gegend sieht in der Realität aus, wie eine Schneeautobahn die vom Berg ins Tal führt((Fotos daszu auf www.kossawa.de) und immer im Sommer für kackbraune Grasnarben sorgt. Die Alpenregion ist insgesamt zu einer Gegend verkommen in der, koste es was es wolle, spätestens ab Anfang Dezember Winter zu sein hat, der bis Ostern dauern muss, sie ist eine Industrie in der Wachstum stagniert, vor allem ohne Schnee. Dagegen hilft auch keine Partyphilosophie, denn Musik und Alk samt anderen „Erregungsmitteln“ wird woanders billiger geboten, samt bräunender Sonne. Die Region die noch vor 100 Jahren größtenteils von Bergbauern bewirtschaftet wurde ist zerstört. Da hilft auch kein Wolfgang Ambros mit seiner Raucherstimme und „Schieieieifoahnnn“.
Dieter Braeg
PS: Her mit der Maishofener Sommer&Winterkunstschneeskihalle!
11. Papst Walter | Januar 15, 2007 um 12:31
Lieber Herr Wieser!
Immerhin bezieht die AV-Hütte unterhalb des Gletschers das Wasser aus dem Berg. Wurde schon vor Jahren einmal total verseucht als man verbotenerweise Kunstdünger zur besseren Stabilisierung des Schnees auf der Piste verbrachte.
Und zu den Zusatzstoffen zwecks längerer Haltbarkeit des Schnees: Informieren Sie sich mal, was in Amerika alles an lebenden oder abgetöteten Bakterien und Chemikalien alles zugelassen ist.
Und was die Flora in 3ooo m Höhe betrifft. Wenden Sie sich doch nur an das Botanische Institut an der Uni Innsbruck. Die können Ihnen dort einiges erklären.
Und unter richtigen Bergsteigen verstehe ich, wenn man zu Fuß den Berg erklimmt. Es muß nicht jeder andauernd und überall mit gigantischen Straßen und liften bis auf den Gipfel gekarrt werden. Schon mal was vom sogenannten "Sanften Tourismus" gehört. D.H. Tourismus im Einklang mit der Natur und nicht dagegen!
12. christian bratsch | Januar 15, 2007 um 13:35
ich gehe sehr gerne skifahren / snowboarden. Obwohl ich schon in vielen Ecken der Welt am Schnee war gefällt es mir in einigen Ecken Österreichs besonders gut.
die Saisonkarte kommt jedes Jahr, auch die Ausrüstung ist immer auf neuem Stand, und zwar für die ganze Familie.
Dennoch waren wir heuer nich kein einziges mal. Kunstschnee ist keine akzeptable Alternative. Ich brauche zum Skifahren zunächst die Einstimmung, will eine weisse Umgebung, Schnee unter den Schuhen, etc.. Wenns keinen Schnee gibt, gehe ich halt nicht auf den Berg, Pech. Darüberhinaus mag ich das Fahrgefühl auf Kunststchnee absolut nicht, und wenn ich mir die verschandelten Landschaften anschaue wird mir übel.
wenn bei uns immer mehr Schneekanonen kommen, und evtl. gar Naturschutzgebiete "aufgeweicht" werden, werde ich in AUT halt nicht mehr auf den Berg, sondern halt mehrmals ins Ausland fliegen, wo es auch ohne Schneekanonen geht. Nicht gut, aber ist halt so.
Für Österreich sehe ich eigentlich nur folgende Wege, die parallel beschriten werden sollten
1. Rückbau der absurden Beschneiungsanlagen besonders in niederen Höhen. Wenn es natürlichen Schnee gibt hat man preiswerte Skigeboiete, und im Sommer ( oder evtl. bald auch im Winter :( ) schöne Landschaften zum Wandern, Radfahren, Golfen, wasauchimmer.
2. unbedingter Schutz der noch vorhandenen Natur in hohen Lagen. sowieso wichtig, schafft Glaubwüßrdigkeit für Qualitätstouristen, und wer hinwill soll das Tourenzeug auspacken
3. Bau von Skihallen - beschäftigungsprogramm für Touristen die "blödes Wetter" erwischen. sicher ressourcenschonender als Hänge zu beschneien, auch bei Regen und nebel keine probleme, und für anfängerschulung und Hüttengaudi reichts.
4. Aufbau von neuen Tourismusideen, besonders für jene Jahreszeiten in denen kein Schnee liegt. Sollte das nicht gelingen massive Strukturänderungsprogramme beginnen
13. Fritz Oberhummer | Januar 23, 2007 um 09:57
Da gibt es noch die "Kleinigkeit" das die westlichen Bundesländer ohne den Wintertourismus wohl eher eine Entwicklungsregion à la Ostblock geblieben wären und nicht die "reichsten" Bundesländer in Österreich;
was der Tourismus daher für die Regionen ausmacht muss man wohl einem SN-Chefredakteur nicht erklären, da gibt es sicher die eine oder andere Statistik drüben in der Wirtschafts-Redaktion..
Schnee um jeden Preis?
Haben wir denn eine andere Wahl?
Was ein Winter ohne Schnee bewirken kann, wird man ja spätestens bei den Wirtschaftszahlen für Österreich am Ende dieses Jahres sehen; wahrcheinlich wird dann (wie sprichwörtlich) "die Rechnung nicht ohne den Wirt" gemacht werden müssen...
14. Peter | Februar 7, 2007 um 09:08
Bei allem Verständnis für die Bedeutung des Wintersports in Österreich für die Wirtschaft. Aber es kann doch nicht so sein, dass man hartnäckig Wandlungen in Wirtschaftsbereichen negiert und lieber nach absurden Lösungsmöglichkeiten sucht!
In den 70er und 80er Jahren konzentrierte man sich nur auf die deutschen Touristen und hatte kaum Interesse an anderen Nationen. Ja selbst Abweisungen bei Buchungsanfragen in Hotels erlebte ich, mit der Begründung, man müsse die Betten für deutsche Stammkunden frei halten (die dann kamen oder auch nicht und man dann leer da stand).
Als die Deutschen dann ausblieben, war das große Wehklagen, man musste neue Märkte mit viel Geld erschließen und heute ist es ganz normal, dass die Kunden auch aus anderen Ländern kommen und ihre Betten bekommen.
Als um 2000 herum in der Reisebürobranche ein tiefgreifender Wandel begann (Fluglinien zahlten keine Provisionen mehr, Internetbuchungen nahmen zu, Billigfluglinien eroberten die Luft), war in dieser Branche das Wehklagen groß: es kann doch nicht sein, was nicht sein darf! Aber wer da lamentier und der "guten alten Zeit" nachtrauert, wird den Anschluss verpassen - das Zauberwort heißt: sich anpassen, sich wandeln.
Und so werden wir auch mit dem Schnee(mangel) und dem Wintertourismus lernen müssen anders umzugehen. Andere Tourismusarten entwickeln (wie viele Hotels bieten Hallenbäder moderner Art an? und sonstige Unterhaltungs- und Sportmöglichkeiten? Winterwandern? "Animation", Erleben der Winternatur) - Spanien, große Teile von Frankreich, Italien, ja sogar weite Teile von Deutschland haben ja auch keinen oder ausgeprägten Schitourismus - und trotzdem lebt dort auch im Winter der Tourismus.
Würde man nicht (nur) Riesenbeträge in Museen auf Stadthügeln, Genie-Geburtstags-Ausstellungen und diese-Sportveranstaltung-werden-wir-auch-bekommen-Aktionen stecken, sondern vergleichbare Summen in infrastrukurelle Anpassungen investieren, hätte Österreich durchaus Chancen im internationen Wintertourismus trotzdem seinen festen Platz zu halten.
Nicht dass ich gegen Erwähntes im Generellen bin, aber mir scheinen im Lande zwei Denkweisen sehr weit verbreitet:
das haben wir immer so gemacht und so wird es auch weiterhin gemacht! Punkt. Und aus die Diskussion!
Und: eine Handvoll findet etwas "werbewirksam", "Arbeitsplätze schaffend" und kennt die "richtigen" Leut', dann wird daraus eine Wunderzukunft uns konstruiert - und wenn's dann net so is, na, hat man sich halt geirrt! Gell!
15. Richard Köppl | März 4, 2007 um 23:21
Ich habe wiedereinmal vorbeigeschaut um zu sehen wie das weiter gegangen ist.
...meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass Menschen insbesondere dann dazu neigen Beleidigungen auszusprechen, wenn sie entweder ideologisch oder religiös (bis fanatisch!) verbohrt sind, oder materiell oder das Gesicht oder etwas etwas anderes zu verlieren hätten, wenn Sie die Meinung des anderen nicht zulassen oder ihre eigenen Aussagen und die der anderen nicht reflektieren können. In beiden Fällen ist dies der Tod jeden Diskurses! Die Art der Diskussionsbeiträge von Herrn Wieser waren jedenfalls zum Teil sehr hitzig und legen eine besondere Affinität zu dem Thema nahe, welche ihn Grenzen überschreiten lies. (z.B. Art des Hinweises auf den Physikunterricht, war im Sinne von Angriff ist die beste Verteidigung formuliert!)
Schlimm ist bei einem solchen "getötetem Diskurs" nur, wenn es dabei Dritte gibt, die nicht selbst für ihre Rechte eintreten können, und daher auf der Strecke bleiben: Seien es beispielsweise Kinder im einen Fall oder - wie hier - die Natur in einem anderen. Beides bedroht letztlich die Zukunft einer ganzen Region. Dennoch: ich würde mich beispielsweise nie als einen "Tierschützer" bezeichnen! Hier gibt es viele Differenzierungs- und Abgrenzungsnotwendigkeiten, weil dies inzwischen mit viel Ideologie und Fanatismus behaftet zu einer problematischen Bezeichnung geworden ist. Mir geht es um eine wissenschaftlich fundierte Diskussion, doch leidet diese aufgrund dessen, dass auch "wissenschaftlichen Theorien" häufig ideologisch geprägt sind, und sich zum Teil gegenseitig widersprechen. Nicht selten lassen sich genau diametrale Aussagen finden welche dann "wissenschaftlich belegt" sind. Ideologisch gesehen geht es hier wieder einmal um die "Macht des technisch machbaren" versus "ökologische bedenken" - möglicherweise hat ja der Schneemangel als Folge der inzwischen breithin als Tatsache akzeptierte globale Erderwärmung genau mit dem zu tun, dass "Technikgläubige" Fanatiker nur allzugern, die "Ökologische-Bedenken-Äußernden" mit dem gängigen Bild der "Bremser" abtun, und nicht innehalten und reflektiert nachdenken können...
Ach ja: ich bin aber auch nicht technikfeindlich! Nicht nur, weil ich Computer und Internet nutze! Ich habe auch nicht gesagt, dass man es auf jeden Fall verbieten müsste! Ich bin (wie am 12.1.07 angedeutet) der Ansicht, dass solche Mittel generell im Labor in alle Richtungen auf Auswirkungen geprüft gehören und es danach wenn keine Zweifel bestehen - vorerst in jedem Einzelfall, als Feldversuch auf mögliche Folgen in allen Richtungen geprüft und untersucht wird und auch später immer einer Umweltverträglichkeitsprüfung bedürfen sollte, bevor eine großflächige Aufbringung von Mikroorganismus erfolgen darf.
Zugleich äußerte ich am 12.1.07 meine "ökologischen Bedenken" (vergleichbar mit Überdüngung durch Jaucheaufbringung), bzgl der Auswirkungen in einem bislang nicht landwirtschaftlich genutzten bzw. gedüngten Gebiet. Leider sind meine Bedenken in der weitern Diskussion nicht wieder aufgenommen worden - oder böse formuliert: sie sind somit "unwidersprochen" blieben. Dies stimmt zwar manchen vielleicht noch bedenklicher, aber es soll angeblich noch keine Feldversuche gegeben haben... wodurch dann auch keine dbzgl. Aussagen möglich wären! Noch ist also keine Zeit für eine Weltuntergangsstimmung, aber beobachten wir die Entwicklungen aus dem Augenwinkel! Denn nur eine Industrie, die weiß, dass sie beobachtet wird, hält sich an die Spielregeln, vor allem wenn sie dabei auf ein potentielles Geschäft verzichten muss!
16. Tina Berger | Februar 9, 2008 um 20:17
Habe diese Seite erst heute entdeckt; es ist überhaupt kein Blödsinn, dass man bei Plusgraden Schnee erzeugen kann (siehe SaudiArabien). Ich frage mich tagtäglich, wieviel wir noch wegen dem Wintertourismus z.B. hier in Tirol in Kauf nehmen müssen, kein Wunder, dass so viele Kinder an chron. Atemwegsbeschwerden etc. leiden. Es ist ein Horror, wie die Blechkolonnen tagtäglich die schönsten Seitentäler überfluten, wie sich 60.000 PKWs an den Wochenenden besonders im Unterinntal stauen, wie viele Schneekanonen jährlich neu installiert werden, im Großraum Scheffau sind es mittlerweile über 700 (!), wieviel Dörfer könnte man ein ganzes Jahr lang mit Energie versorgen mit diesem Superwahnsinn!! Ganz abgesehen von den jährlich mehr werdenden künstlichen Speicherseen, wo überhaupt nie ein See war! Es mag schon sein, dass seit 30 Jahren beschneit wird, aber nie in diesem Ausmaß wie heute; ich kann mich erinnern, dass es szt. einen Zeitpunkt gab, ab dem nicht mehr beschneit werden durfte, es war glaublich irgendwann so Mitte Februar. Jetzt wird von November bis in den April hinein diese Unmenge an Energie verschwendet. Uns Bürger würde empfohlen, den FS nicht auf standby zu lassen, die Glühbirne durch eine Sparbirne zu ersetzen, mit dem Fahrrad zu fahren etc., aber diese Irren, die wegen ein paar Stunden im Schnee (davon ohnehin die meiste Zeit an der Schneebar) für einen Tag bis von Würzburg anreisen, für die baut man evtl. noch eine Autobahnspur mehr und dann noch Schnee bei Plusgraden,sodass wir hier noch mehr Verkehr haben ......... Ja, ist denn die Menschheit total verrückt?? Diese Erde haben wir nur geliehen und wir sollten unseren Kindern und Kindeskindern zuliebe etwas mehr Sorge dazu haben, denn die Touristiker, Hoteliers und Liftbetreiber haben ohnehin nie genug. Aber unter dem Motto: gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut ..... geht der Wahnsinn munter weiter auf diesem Planet. Bin neugierig, wann den Touristikern einfällt, den Sommer zu verlängern bzw. mit künstlicher Sonne, Wärmestrahlern etc. ganze Täler zu beheizen.
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