Gratisparken wird zur Ausnahme

13. März 2008 | 09:07 | Salzburg-Stadt | Link | Kommentare (0)

Noch heuer wird Parken in weiteren Stadtteilen Salzburgs kostenpflichtig. Neue Forderung nach City- maut und der Abschaffung von Gratisparkplätzen.

SALZBURG-STADT(SN).In Salzburg steigt der Druck auf die Autofahrer: Stadtrat Johann Padutsch will noch heuer die Zone ausweiten, in der Parken nur gegen Bezahlung möglich ist. Vorerst seien zwei Stadtteile betroffen, so Padutsch: „Die erste Zone befindet sich in Lehen, rund um das dortige Schulzentrum und den Lehener Park. Dort wird alles massiv verparkt. Der zweite Bereich ist in der Alpenstraße, nahe des Wüstenrot-Gebäudes.“

Padutschs Motivation: Durch mehr Verkehr sei immer mehr „Parkdruck“ entstanden, dem müsse man durch erhöhten Schutz der Parkflächen Rechnung tragen. Das liege im Interesse der Anwohner und der Allgemeinheit.

Insgesamt schätzt Padutsch, dass sich die Fläche der „bewirtschafteten Kurzparkzonen“ so um insgesamt zehn, höchstens fünfzehn Prozent vergrößern werde. Eine größere, umfassendere  Reform sei für kommendes Jahr geplant – dann würden wohl großflächig Kurzparkzonen in kostenpflichtige Parkplätze umgewandelt.

Derzeit bezahlen Autofahrer in der Landeshauptstadt  gut 2,5 Millionen Euro im Jahr an Parkgebühr – Tendenz steigend (siehe Grafik). Fast noch einmal so viel kommt an Strafen zusammen, die Falschparker berappen.

Zahlen, die den prominenten Salzburger Verkehrsaktivisten Peter Haibach nicht befriedigen: Mit Kompagnon Karl Regner stellte er am Mittwoch ein radikales Konzept zur Verteuerung des Autoverkehrs vor: Die Stadt solle sich jedes Jahr knapp sieben Millionen Euro von den Autofahren holen. Damit sei  der Kostenanteil der Stadt an einer zu bauenden Regionalstadtbahn gedeckt.

Haibach würde gerne das gesamte Stadtgebiet in eine Bezahlparkzone umgewandelt sehen – einschließlich Parkflächen vor Schulen, Ämtern, dem Stadion und Wohngegenden bis an den Stadtrand. Die Parkgebühren sollten zudem auf das Niveau der Tiefgaragen angehoben werden. Einheben sollte man sie rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche, statt wie bisher nur tagsüber.

„Das Wichtigste ist, dass das zusätzliche Geld aus den Parkgebühren zweckgebunden für die Regionalbahn verwendet wird. Da muss endlich Kostenwahrheit her“, sagt Haibach.

Im Büro des Bürgermeisters verweist man indessen darauf, dass schon jetzt weitaus mehr aus dem Stadtbudget für den öffentlichen Verkehr bezahlt werde, als durch Parkgebühren- und -strafen jemals einzunehmen sei. Es handle sich jedes Jahr um gut zwölf Mill. Euro. Zehn Millionen davon   würden allein das jährliche Defizit des Stadtbusses abdecken – wobei Neuinvestitionen gar nicht enthalten seien.

Bernhard Carl von der Bürgerliste fordert nun erneut von der Stadtregierung, die Einführung einer Citymaut zu prüfen – ob nun im Stadtkern oder im gesamten Stadtgebiet. Auch Carl setzt sich für eine Ausweitung der Parkgebührenpflicht ein. 

Christian Resch

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