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Dezember 2005
Stille Nächte? Strg-Alt und Aus!
Zunächst kann gesagt werden, dass es heuer leichter ist, weil alle Feiertage aufs Wochenende fallen. Daraus ergibt sich, dass unnötige Verlängerungen von Feierlichkeiten und Geschenkfluten (darf man das rund um diese Tage noch sagen seit vergangenem Jahr?) im Kreis so genannter Lieben nicht stattfinden müssen. Heuer lässt sich kurz und bündig erledigen, was sonst stille Tage zerreißt.
Im abendländischen Kulturkreis wuchs das Weihnachtsfest ja zum umständlichen Termingerangel. Und bitte, sagen der Papst und seine Gehilfen, die Kirche und den Glauben soll man auch nicht vergessen (verlieren kann man ihn schon). In den Kirchen wird in diesen Tagen nicht nur Erbarmen erfleht und die Ankunft beweihräuchert. Da gibt es an solch festlichen Tagen auch große Kunst zu hören, weil schöne Messen von Schubert bis Mozart (Dieser Name taucht hier in den nächsten 373 Tagen nicht mehr auf. Versprochen!) die Hochämter auflockern. Aber wann denn bitte? Und bei dem Schnee vors Haus gehen?
Da schweift der Blick zwischen der Sternenlichterkette im Küchenfenster neidisch in den Osten. Nicht in den Nahen und Mittleren, wo Weihnachten in dem Sinn nicht so bombig stattfindet wie bei uns. Nein, ganz an den Rand der Welt geht der Blick. Aus den vielen Meldungen über Weihnachtsbräuche ragt eine Mode aus Japan heraus. Per Mausklick wird dort der Flachbildschirm (heuer unter den beliebtesten Geschenken in Österreich) angeworfen. Dann fährt blinkend ein Christbaum ins Bild. Besinnlich tröpfeln Klingeltöne aus dem PC. Zimmerbrand ist unbekannt. Und wer Sushi liebt, weiß, wie wunderbar Essen ohne jede Geruchsbelästigung (z. B. Lebkuchen oder Heißgetränke) schmeckt.
Und wenn's dann genug ist, gibt es keine besinnlichen Verabschiedungen und keine leichtgläubigen Versprechen, also auch keine Kerzenschein-Lügen. Es gibt eine einfache Tastenkombination: Strg-Alt-Entfernen. Und aus.
Und nächstes Jahr kommt alle Jahre wieder. Dann kann das Programm wieder hochgefahren werden. Erholsame, friedvolle und nachdenkliche Tage bis dahin - und: "Kiyoshi konoyoru, hoshi wa hikari." Da tränen die Augen, während im Geist ein japanischer Kinderchor auftaucht. Dessen Mitglieder haben von Oberndorf, Heiligabend 1818, nie was gehört. Aber sie klingen genau so rührselig wie die ewigen Erinnerungen an diese Nacht.
Bernhard Flieher
Warten aufs Christkind
Eltern müssen keine Sorge haben, dass die Wartezeit am 24. Dezember zu lang wird. Es gibt eine Reihe von interessanten Zeitschlucker-Angeboten.
Dass ein Winterbesuch im Hellbrunner Tiergarten ein besonderes Erlebnis ist, hat sich unter Kennern längst herumgesprochen. Am 24. Dezember sind Kinder und Erwachsene ab 10.00 Uhr eingeladen, den Tieren Geschenke in Form von Karotten, Äpfeln und Dörrobst (ohne Zuckerguss) mitzubringen. Jeder darf selbst die Leckerbissen auf zwei bereitstehende Tannenbäume hängen. Bänder sind vorhanden. Um 13.30 Uhr erhalten dann die Zwergziegen ihren Baum, um 15.00 Uhr die Alpakas. Das wird ein Gedränge geben!
Menschen im Advent: Theresia Gassner
Weihnachtslieder aus dem Frühbarock mit dem Singkreis Saalfelden und dem Ventus Bläserquintett.
Theresia Gassner ist seit 1958 Mitglied des Singkreises Saalfelden, seit 1986 leitet sie den Chor. Beim Weihnachtskonzert am 27. Dezember um 20 Uhr in der Pfarrkirche Saalfelden singt der Chor heuer Werke frühbarocker Meister wie Praetorius oder Eccard. Mit dabei ist auch das Ventus Bläserquintett aus Salzburg.
Mit Kasperl durch den Heiligen Abend
Wenn es noch "ewig" dauert, bis am Heiligen Abend die Weihnachtsglocke läutet und Baum und Päckchen bestaunt werden dürfen, ist Abwechslung angesagt. Um die Ungeduld zu mildern, wird am 24. Dezember für jeden kindlichen Geschmack eine Veranstaltung geboten. Eva Spiessberger über Fahrten mit der "Roten Elektrischen", diverse Führungen, ein Kasperltheater in Stiegl's Brauwelt und andere Alternativen sich die Zeit bis zum Christkind zu vertreiben.
Menschen im Advent: Kathrin Buschmann
Morgen, Freitag, öffnet der Adventmarkt im Ortszentrum von St. Michael im Lungau noch einmal. Neben Christkindlwerkstatt, Pferdeschlittenfahrten, Weihnachtslesungen, Malwerkstatt und Alphornbläsern ist der Höhepunkt um 17.30 Uhr ein Hirtenspiel der Volksschule St. Michael in der Pfarrkirche.
Die zehnjährige Kathrin Buschmann schlüpft in die Rolle des Engels. Ihre Aufgabe ist, die Ankunft des Herrn zu verkünden. Der St. Michaeler Kirchenchor wird unter der Leitung von Reinhard Obermayer die Besucher mit stimmungsvollen Weihnachtsliedern auf den Heiligen Abend vorbereiten.
Menschen im Advent: Christoph Siezen
Chor und Orchester des Musischen Gymnasiums geben heute, Mittwoch, um 19 Uhr ein Konzert in der Großen Aula der Universität (Hofstallgasse). Highlights sind eine Melodiefolge aus der "West Side Story", ein Mozart-Divertimento und eine Kantate des zeitgenössischen Komponisten Laurence Traiger zu den Ereignissen des 11. September. "Wir haben sehr viel geübt und freuen uns auf den großen Auftritt", sagt Kontrabassist Christoph Sietzen (13)
Menschen im Advent: Anton Gmachl
Das Musikum Grödig feiert Wintersonnenwende. Für die längste Nacht des Jahres feiern Marktmusikkapelle und Musikum Grödig etwas Besonderes: Ein Wintersonnwendfeuer wird am 21. Dezember ab 19 Uhr den Grödiger Steinbruch (Ortsteil: Hinterdorf) erhellen. "Auch Glühweinstände und kulinarische Schmankerl erwarten die Besucher", erklärt Kapellmeister und Direktor Anton Gmachl. "Eintritt ist frei."
Christbaum zum Verlieben
Maria Putz möchte nur eine Christbaumspitze, andere bestehen auf fünf. Bei der Wahl des richtigen Baums für Weihnachten gehen die Geschmäcker auseinander. Thomas Ebner über die unterschiedlichen Vorlieben der Salzburger.
Menschen im Advent: Laura Weitgasser
Altenmarkt lockt heuer mit einer Lebkuchenhäuschen-Straße in den Schaufenstern der Altenmarkter Geschäfte. Die 150 Knusperhäuschen haben Kinder mit ihren Eltern und Großeltern gebaut. "Es ist voll lustig, wenn das Lebkuchenhaus fertig ist", erzählt Laura Weitgasser (7). Am Werk war sie gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Simon (4 1/2) und mit ihrer Mama Heike. "Wir haben zwei Häuser auf einer Platte gemacht, eines für die Hexe, eines für Hänsel und Gretel."
Stolz auf die lange Knusperhäuschen-Straße können alle Altenmarkter Kinder sein. Diese Adventidee hatte Klaudia Zortea, die Geschäftsführerin des örtlichen Tourismusverbandes. Bis zum 6. Jänner können die Häuschen noch bewundert werden.
Der Abend der glänzenden Augen
Frühmesse, Weihrauch und Silberglöckchen. Der Heilige Abend ist nicht nur ein Fest der Liebe. Es ist auch ein Fest der liebevollen Erinnerung: Peter Gnaiger über die Weihnachtsgewohnheiten bekannter Salzburger.